Hallo ihr Lieben,
zum Abschied habe ich Anna Maria einen hochwertigen Eyeliner sowie ein paar Klamotten geschenkt. Sie war total aus dem Häuschen. Genau für solche Menschen sind meine Geschenke gedacht. Heute ging es knapp 500 Kilometer nach Havanna mit Zwischenstopps in Cienfuegos und Santa Clara. Zuerst besichtigten wir einen Protzbau aus verschiedenen Stilrichtungen, der einem bekannten Zuckerrohr-Fabrikanten gehörte und der heute ein Restaurant beherbergt. Dort haben die deutsche Direktorin und der italienische Skipper von dem Luxus-Segelschiff Sea Cloud um Milch angefragt, weil sie ihnen für ihre Gäste ausgegangen ist. Milch gibt es hier aber nicht, höchstens eine kleine Menge auf dem Schwarzmarkt für den zehnfachen Preis. Anstatt froh darüber zu sein, wollte die Direktorin dann noch eine Quittung dafür haben - typisch deutsch:-).
Weiter ging es dann zur Wiege der Revolution nach Santa Clara, wo wir das Denkmal des Che Guevara besichtigten, da das Mausoleum geschlossen war. Die Wüste aus Beton erinnerte mich an meine Zeit in Polen. Überhaupt gibt es hier ganz viele Parallelen zu meiner Vergangenheit mit dem Unterschied, dass hier die Zeit stehen geblieben ist.
Auf dem Weg nach Havanna hielten wir dann an einer Raststätte und wollten etwas essen. Das Einzige, was unser Reiseleiter organisieren konnte, waren Maniok und Tequila. In Havanna sollte uns schließlich noch ein Silvester-Menü im Hotel erwarten. Den Preis hatte der Guide vorher verkündet, doch als wir dort ankamen, sollte es zuzüglich Show plötzlich das Zehnfache kosten. Ohne Show könnte man wiederum nicht zu Abend essen. Bei uns nennt man das Erpressung:-). In der Parallelwelt scheint die Verzehnfachung der Preise ein beliebter Umrechnungsfaktor zu sein. Ich nehme diese Reise mit ganz viel Humor.
Feliz ano nuevo meine Lieben, ich habe immerhin ein riesiges Glücksschwein auf der Straße gesehen!
eure Maggie
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